Neue Workflows bei der Fußballberichterstattung

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Der Hintergrund

Sportgroßereignisse wie die Fußball-EM, WM und der Confed-Cup stellen an die Veranstalter, die Verantwortlichen für die Berichterstattung und die Broadcasttechnik höchste Anforderungen. Die öffentliche Wahrnehmung weltweit sowie hohe Investitionen und Lizenzgebühren sind mit großen Erwartungen an die aktuelle und effektvolle Berichterstattung verbunden – was im Hintergrund einen reibungslosen und perfekten Worklow erfordert.

Für den Aufbau, die erforderliche Infrastruktur, die Softwareentwicklung und den reibungslosen Ablauf ist seit 2012 der Kölner Dienstleister MoovIT bei allen Europa und Weltmeisterschaften im Einsatz gewesen. MoovIT stellte dazu bis zu 60 Computerschnittplätze bereit, an denen ca. 100 Fachleute ausgewählte Spielszenen in nahezu Echtzeit schneiden und für die Medienwiedergabe aufbereiten konnten.

Darüber hinaus haben die MoovIT Techniker in allen Stadien der WM in Russland sogenannte Injection Points mit WLAN Anbindung errichtet. Von hier aus konnten die Kamera-Teams den Content per Datentransfer an das zentrale EVS-System im International Broadcasting Center (IBC) übertragen.

 

Die Anforderung

Das Ziel der Host Broadcaster war und ist es, in möglichst kurzer Frist, den Lizenznehmern Highlight-Schnitte der jeweiligen Spiele anbieten zu können, die alle wichtigen, markanten Szenen aus dem gesamten Spielverlauf beinhalteten.

Darüber hinaus werden flankierende Themen und neue Kanäle für die Berichterstattung immer wichtiger. Hierzu gehören zum Beispiel „behind the scene“ – Informationen, ergänzende Fakten und Statistiken, Social Media, Youtube und VR Produktionen. Alle Inhalte der beteiligten Teams sollten über eine technische Plattform geschnitten, organisiert, auf Qualität geprüft, nach Rechten verwaltet und für verschiedene Formate automatisiert weiter gegeben werden. Eine enorme logistische und strukturelle Herausforderung mit Null- Fehler Toleranz durch die Verantwortlichen.

 

Die Lösung

Die zentrale Einheit des Set-up war in Russland wie seit Jahren das Server- und Speichersystem von EVS, geschnitten wurde auf Adobe Premiere Pro CC. Die gesamte Workflowverwaltung und Steuerung erfolgte über MoovITs Software Lösungen. Es wurde in 1080p50 produziert, womit eine bessere Bildqualität als Ausgangsmaterial für die Wandlung in die Zielformate zur Verfügung stand.

Seit der EM 2012 hat MoovIT mit Helmut FX eine Softwarelösung für Adobe Premiere Pro entwickelt, die sich inzwischen als Standard nicht nur in der Sportberichterstattung etabliert hat. Bei der WM 2018 in Russland ist neben Helmut FX auch Helmut IO mit EditShare EFS-450 und Flow sowie Tektronix Aurora Integration im Einsatz gewesen. Helmut IO ist nicht an Premiere Pro gebunden und offen im Zusammenspiel mit dem Adobe Media Encoder. Das neue Tool optimiert und beherrscht In- und Outgest-Prozesse, kann Content transcodieren, Metadaten verwalten oder auch Assets an unter-schiedliche Stellen bewegen und unterstützte während der Spiele die weltweite Contentdistribution. Bei der WM in Russland sind 4.498 Beiträge, das entspricht 19,2 Terabyte oder 100 Stunden produzierter Content durch Helmut IO verarbeitet worden.

Alle User oder Teams, Projekte, Abläufe und Rechte sind in den Helmut-Produkten individuell definierbar und können den Arbeitsabläufen entsprechend zuvor eingestellt werden. Die Zuordnungen sind flexibel und zentral zu steuern. Alle Elemente wie Templates, Presets, Metadaten, MAM-Anbindung etc. können für die Filebearbeitung festgelegt werden.

Neue technische Ideen der Veranstalter wie z.B. die Anbindung weiterer medialer Kanäle (Social Media) an die Berichterstattung und die immer komplexer werdende Rechteverwaltung stellten für die Workflow-Experten bei der WM weitere Herausforderungen dar. Zusammen mit den Partnern wurden neue Lösungen entwickelt, die sich vor Ort unter „Realbedingungen“ bewährt haben.

Dazu gehörten neue Funktionen für die File-Bearbeitung in der „Adobe-Welt“. So ist ein „Make-Still-Button“ für schnelle Social Media Workflows in Premiere Pro CC implementiert worden, um aktuelle Bilder in Photoshop zu öffnen und für Social Media Kampagen wie z.B. Instagram zu nutzen.

Für das Stats and Facts-Team wurde mit einem Motion Grafik Template eine Erweiterung für den direkten Austausch der Daten zwischen Premiere Pro CC und After Effects geschaffen. Es war nun möglich, adaptierbare Elemente in Animationen in After Effects zu definieren und sofort in Premiere für die Berichterstattung anzupassen. Zahlen, Farben, aber auch grafische Elemente wie Flaggen oder statistische Darstellungen zu Einzelspielern wie Tore, gelaufene Distanzen, Ballkontakte etc. waren somit in den Animationen schneller und besser zu bearbeiten und auszuspielen.

Die Rechteverwaltung für Audiotracks in der Berichterstattung wurde durch einen automatisierten Lizenzrechtecheck für Audiotracks erleichtert. Auch dafür hat MoovIT den Workflow überarbeitet.

 

Fazit

Die kurzen Zeitfenster in der Berichterstattung, die der Host Broadcaster von WM und EM umsetzen wollte, wäre ohne die optimierten Workflows nicht realisierbar gewesen. Die WM in Brasilien und in Russland haben gezeigt, dass sich mit der Kombination aus Adobe Premiere Pro CC und MoovIT-Lösungen bei einer Sport-Großveranstaltung auch hinter den Kulissen neue Höchstleistungen umsetzen lassen – bei gleichzeitiger Einsparung von bisher erforderlichen Arbeitsschritten und Speicher-Hardware. Die daraus entwickelten Produkte wie Helmut FX und Helmut IO haben inzwischen auch in anderen Produktionsbereichen Standards gesetzt.

 

 

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